Über das Pläne schmieden

Pläne, Ziele und das Jetzt

Sommer! Endlich. Spätestens jetzt beginnen viele, die bisher nicht jedes Wochenende der potenziell wärmsten, schönsten, sonnigsten Zeit des Jahres verplant haben, panisch zu werden.

Mein Sommer wird wohl ein wildes Misch-Masch aus panischer Klausurvorbereitung, kleineren Wochenend-Trips, Arbeit und Umzugsvorbereitung.

Ich habe noch immer nicht ganz heraus gefunden ob ich nun einer dieser pläneliebenden Menschen bin, oder eher zu der spontanen, flexiblen Riege der Menschheit gehöre. Irgendwas dazwischen wird es wohl sein.

Ich bin – denke ich – eher in einem spontanen und ungeplanten Umfeld aufgewachsen. Der Vorteil einer planlosen Existenz ist vor allem, dass das Jetzt in den Mittelpunkt gerät.

Ohne eine Zielvorgabe kannst du nicht scheitern. Somit fällt wohl auch ein gewisser Leistungsdruck weg.

Aber macht das wirklich glücklich?

Und vor Allem, kann man in dieser Welt ohne konkrete Ziele und Pläne überhaupt überleben?

Seitdem ich mein Leben selbst organisiere, habe ich Pläne lieben gelernt. Ein grober Rahmen oder wenigstens die Vorstellung verschiedener Varianten der Zukunft gibt mir ein gutes, sicheres Gefühl und motiviert mich.

Ganz sicher weiß ich aber dennoch, dass Pläne oftmals nur das Gefühl beeinflussen und die Realität nur von Weitem erahnen lassen. So kommt alles doch wieder anders als man denkt.

Anders als extreme Pläne-Schmieder beruhigt mich diese Tatsache aber ungemein. Es verbildlicht einmal mehr, dass wir als Menschen nicht die Macht haben, die wir uns nur allzu gern zuschreiben.

Ich fühle mich sehr wohl und geborgen in der Vorstellung, ein kleiner Teil eines großen Konzepts der Menschheit zu sein und bin dankbar für jede Fügung und Reaktion meiner Umwelt.

Genauso gern nehme ich Dinge in die Hand und leite Aktionen an, damit meine Vorstellung vom Perfekten ein wenig mehr erreicht wird. Ich arbeite gerne auf Zielvorgaben hin, auch wenn mich manchmal die Geduld verlässt.

Ich liebe das Gefühl Dinge abzuhaken, etwas zu Erschaffen und Pläne durchgezogen zu haben. Wichtig ist bei all den Zielen, Plänen und Träumen, nicht den Moment, in dem man lebt, aus den Augen zu verlieren.

Die Zeit vergeht tatsächlich schnell. Es ist nicht nur ein Märchen, das Eltern und Großeltern gern von sich geben, um ihrem Dasein als Moralapostel gerecht zu werden.Es wird erschreckend plötzlich wahr und präsent. Jedem, irgendwann.

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