Die große Freiheit unserer Generation

der begriff der freiheit

Begriffe verändern sich mit der Zeit. Sie wurden einmal gefunden, codiert, benutzt und wieder aufgeschlüsselt. Man könnte meinen, jedes Mal wenn ein Begriff genutzt wird, wird er zusätzlich zu der eigentlichen Bedeutungsform mit individueller Symbolik aufgeladen. Denn jeder verbindet seine eigenen Erfahrungen, seine eigene Geschichte anders mit diesem Begriff. Am besten ist dieser Prozess wohl jedoch sichtbar, wenn man aus seiner eigenen kleinen Blase herauszoomt und auf die verschiedenen Generationen unserer Gesellschaft blickt.

All dieses Generations-Geschwafel geht mir im Grunde mächtig auf die Nerven. Wir lassen uns viel zu oft einteilen in Gruppierungen: die Freien, die Ungezähmten, die die sich nach Sicherheit sehnen, die die alles hinterfragen.

Dabei ist es doch genau das, was wir aufgrund der zahlreichen Schlüssel-Ereignisse der letzten Jahrzehnte nicht mehr tun müssten. Wir können sein wer wir wollen.

Noch immer klammern wir uns aber an Konventionen und Richtlinien, die uns gewisse Systeme vorgeben. Das deutsche Schulsystem ist für mich eines der größten Hindernisse zur freien Selbstentfaltung. Wir lernen nicht, was wir wirklich wollen, was wir können und uns wird auch nicht die Chance gegeben selbst zu entscheiden wer wir sein wollen. Das Gegenteil ist der Fall.

Es gibt immer Menschen, die sich selbst sehr gut in dieses System integrieren können, und deren Ziele und Können in diesem abgesteckten Rahmen Platz finden. Aber viel zu viele fallen aus dem Muster und passen nicht rein. Dies äußert sich zunächst in schlechten Noten, schließlich dann aber in fehlendem Selbstvertrauen; andere wiederum überstehen diesen Prozess halbwegs unbeschadet und gehen ihren eigenen Weg.

Den eigenen Weg gehen. Genau das könnten wir genau jetzt tun. Wenn es einen Begriff gibt, der unsere Generation bündelt, ist es wohl der, der Freiheit. Unzählige Möglichkeiten, die uns vielleicht manchmal überfordern, warten auf uns. Das einzige was uns daran hindert (nach ausgetrockneten Bildungsmethoden) sind wir selbst.

Wo du heute nicht sein willst, musst du morgen nicht zurückkommen. Was du heute getan hast, musst du morgen nicht wiederholen.

Edit: Dieser unendlich erscheinende Horizont, das Grenzenlose sollte auf jeden Fall als etwas positives aufgefasst werden. Danach haben sich Generationen vor uns gesehnt. Natürlich stellen diese neuen Bedingungen uns vor neue Herausforderungen, die es aber zu meistern gilt – mit überarbeiteten Werten und Normen.