Was ist Whataboutism?

"UND WAS IST MIT ... ?!"

Wer sich auf Plattformen austauscht zu divers diskutierten Themen wird früher oder später mal in Berührung mit dieser Technik gekommen sein.

Whataboutism – Definition, Herkunft & Anwendung in den sozialen Medien

Whataboutism. Ein Wort, welches eine Gesprächstechnik beschreibt, die gerade in Zeiten von Sozialen Medien und Diskussionen im digitalen Raum zunehmend Gebrauch findet. Egal um welches Thema es gerade geht, in den Kommentarspalten findet man eigentlich immer jemanden der Whataboutism anwendet.

Das Prinzip ist einfach: Person A bezichtigt Person B einer schlechten Handlung. Person B reagiert darauf, indem er die schlechten Handlungen der Person A in den Vordergrund rückt und lenkt damit von der ursprünglichen Diskussion ab.

Diese Taktik findet sehr oft in der Politik Anwendung. Als Ursprung des Whataboutisms wird oftmals die Sowjetunion genannt. Aktuell findet man diese Art von Argumentation in vielen Reden von Donald Trump.

Whataboutism Beispiele

Manchmal sind es Obdachlose, die den Empörten zu kurz kommen, manchmal die Kinder im eigenen Land. Meistens möglichst plakativ. Statt argumentativer Diskussionen, gibt es die „freie Meinungsäußerung“ (man wird ja wohl noch!) und oftmals aus dem Zusammenhang platzierte Gegenargumente.

Das eigentliche Thema spielt dabei meistens keine Rolle mehr. Viel mehr geht es darum, vom Fokus abzulenken und die Problematik zu relativieren.

Natürlich bringen diese Personen oftmals Problematiken auf den Tisch, die es wert sind, sie zu kommunizieren. Nur bringen Diskussionen an den falschen Stellen keinen Ertrag. Weder für das eine, noch das andere Problem.

Thema: Black Lives Matter
Whataboutism: „Was ist mit den Weißen? Sollte es nicht All Lives Matter heißen?“

Wer die Worte „All Lives Matter“ im Zusammenhang mit der „Black Lives Matter“ Bewegung auf den Tisch bringt, spricht der eigentlichen Debatte ihre Bedeutung ab. Natürlich zählt auch dein Leben. Aber deines ist nun mal gerade nicht in Gefahr.

Thema: Frauenrechte
Whataboutism: „Was ist mit den Rechten von Männern?“

Wer sich darüber empört, dass Männer durch den Feminismus angeblich benachteiligt werden, sieht das vielschichtige Problem und die strukturelle Diskriminierung von Frauen nicht und relativiert das eigentliche Problem.

Thema: Pride
Whataboutism: „Was ist mit Straight Pride?“

Wieso es im Pride Month hauptsächlich um die LGBQT Szene geht und nicht um Hetereo-Liebe? Weil niemand aufgrund seiner Hetereosexualität unterdrückt wird. Auch hier zeichnet sich Whataboutism in der Relativierung des Problems aus.

Thema: Covid19
Whataboutism: „Was ist mit der Grippe?“

Das aktuell drastische Problem einer Pandemie wird in Relation zur Grippe gesetzt, um es weniger dramatisch darzustellen. Häufig wurden hierbei in den vergangenen Monaten Corona-Tote mit Grippe-Toten aufgewogen.

Wie reagiert man auf Whataboutism in einer Diskussion?

Es gibt zahlreiche Beispiele in denen Whataboutism Anwendung findet. Wichtig ist, die manipulative Taktik zu entlarven und ihr entgegenzuwirken.

Hierbei stellt sich oft die Frage, wie man am besten auf solch vermeintliche Argumente reagiert.

Mit der Frage „Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?“ hält man dem Gegenüber einen Spiegel vor und macht auf die unsinnige Relativierung aufmerksam.

In vielen Kommentarspalten ist es auffällig, dass oftmals direkt der Begriff Whataboutism fällt, sobald der/die Gesprächpartner*innen über diese Taktik im Bilde ist.

Besser als nur das Wort zu nennen, ist es allerdings direkt aufzuklären und zu erläutern weshalb man mit dieser Art von Argumentation keine Probleme lösen kann und weswegen es höchst unsensibel ist mit Whataboutism auf Diskussionen zu reagieren.

Wie reagierst du auf Whataboutism?